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FAU aktuell

Zwei bildgebende Verfahren – Diagnostik und Therapie an einem Gerät

Foto: fotolia, sudok1

EU Fördergelder in Millionenhöhe für FAU, Universitätsklinikum und Siemens Healthcare

Verbundprojekt zur medizinischen Bildgebung im Rahmen von EIT Health

Die FAU hat erneut ihre Forschungsstärke unter Beweis gestellt: Zusammen mit Siemens Healthcare, dem Universitätsklinikum Erlangen und weiteren europäischen Partnern erhält die FAU erhebliche Fördergelder in Millionenhöhe für die Entwicklung eines innovativen Hybridgerätes, das verschiedene medizinische Bildgebungsverfahren miteinander kombiniert und insbesondere Schlaganfallpatienten eine schnellere Diagnostik und Behandlung ermöglichen soll. Gefördert wird das Vorhaben von dem European Institute of Innovation and Technology for Health (EIT Health), einer öffentlich finanzierten Initiative im Bereich Gesundheit. Das Projekt „P3 Stroke“ ist dabei eines von nur zweien in Deutschland, europaweit werden insgesamt nur acht Projekte gefördert.

Das EIT Health gehört zu den regional verankerten Clustern und internationalen Netzwerken, die im europäischen Rahmenprogramm für Forschung und Innovation „Horizon 2020“ die leistungsfähigsten Institute, Universitäten und industriellen Forschungszentren miteinander vernetzen. FAU-Präsident Prof. Dr. J. Hornegger und der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Dr. h.c. J. Schüttler, zeigen sich über die Förderung des Projektes „P3 Stroke“ hoch erfreut:

Das Projekt ist eine weitere wichtige Vernetzung zwischen Universität, Universitätsklinikum und industriellen Partnern, wie Siemens Healthcare, auf höchstem europäischen Niveau.

„Time is brain“ – Schlaganfälle schneller behandeln

Untersuchungen an unterschiedlichen Geräten kosten vor allem durch Patiententransporte viel Zeit – wertvolle Zeit, die Schlaganfallspatienten nicht haben. So gehen pro Minute im Durchschnitt 2 Millionen Nervenzellen zu Grunde. Beim Schlaganfall zählt jede Minute, um gravierende Folgeerscheinungen zu vermeiden.

Mit dem Projekt P3-Stroke wollen wir die Diagnostik und interventionelle Behandlung des Schlaganfalls durch den kombinierten Einsatz von Magnetresonanz-Bildgebung und Angiografie grundlegend verbessern.

erläutert Dr. Heinrich Kolem, CEO der Siemens Healthcare Geschäftseinheit für Angiografie- und Interventionelle Systeme.

Zwei Verfahren in einem Gerät

„P3 Stroke“ kombiniert die beiden Bildgebungsverfahren Magnetresonanztomografie und Angiographie in einem neu entwickelten Hybridgerät. Damit ermöglicht dieser innovative Ansatz die Diagnostik und unmittelbare Behandlung an einem Gerät. Zeitaufwändige Patiententransporte und Umlagern an unterschiedlichen Geräten werden so vermieden, und damit wird wertvolle Zeit in der Behandlung des Schlaganfalls gewonnen.

Die FAU-Wissenschaftler um Prof. Dr. A. Dörfler, Leiter der Neuroradiologischen Abteilung, und Prof. Dr. A. Maier, Leiter des Lehrstuhls für Mustererkennung, wollen dieses Gerät in Kooperation mit Siemens Healthcare realisieren.

Das zukunftsweisende Angio-MR-System ermöglicht genaue Einblicke in das Krankheitsgeschehen und am gleichen Gerät ohne Zeitverzögerung die effektive Behandlung.

verdeutlicht Prof. Dr. A. Dörfler. Während die klinische Evaluation der neuen Methode unter Federführung der Neuroradiologie in enger Kooperation mit der Neurologischen Klinik erfolgen wird, ist der Lehrstuhl für Mustererkennung (Technische Fakultät) für die Entwicklung der Software verantwortlich:

Wir forschen bereits seit mehreren Jahren in verschiedenen Bereichen der medizinischen Bildgebung und bringen daher großes Know how mit.

erklärt Prof. Dr. A. Maier.

Die weltweit erste Installation des Angio-MR-Systems im Kopfklinikum wird die Spitzenstellung des Universitätsklinikums Erlangen in der Schlaganfallbehandlung weiter verstärken.

so Prof. Dr. Dr. h.c. S. Schwab, Direktor der Neurologischen Klinik.

Translation in die Klinik

Dass die Wissenschaftler bei der Entwicklung zunächst an Schlaganfall denken, heißt dabei nicht, dass der Einsatz auf diese Erkrankung beschränkt bleiben soll. Prof. Dr. A. Dörfler ist optimistisch, dass dies gelingen wird:

Darüber hinaus wird das System auch in der minimal-invasiven Therapie weiterer neuro- und kardiovaskulärer Erkrankungen und in der Onkologie die direkte Translation in die Klinik finden.