Den Geheimnissen neuartiger Immunzellen auf der Spur

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Millionenförderung für vier Arbeitsgruppen der Fakultät

Bei Infektionen, chronischen Entzündungen, Krebs und allergischen Reaktionen spielt ein erst vor wenigen Jahren entdeckter Zelltyp namens „innate lymphoid cells“ (ILC) eine wichtige Rolle. Wie diese Zellen sich auf den Verlauf von Krankheiten auswirken, soll ein neues Schwerpunktprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) klären. Insgesamt vier der 23 Arbeitsgruppen gehören unserer Fakultät an – in den nächsten drei Jahren werden sie mit rund 1,23 Millionen Euro gefördert.

Die beteiligten Wissenschaftler wollen in dem neuen DFG-Schwerpunktprogramm „Innate Lymphoid Cells“ (SPP 1937) die den ILC zugrunde liegenden Prozesse besser verstehen: Wie wirkt sich dieser Zelltyp auf die Immunantwort des Menschen aus? Wann sind positive, wann negative Effekte zu erwarten? Welche Eigenschaften und Funktionen der ILC sind dabei medizinisch relevant? Die Forscher hoffen in dem noch jungen Forschungsfeld auf neue therapeutische Ansätze für eine Vielzahl von Krankheiten. In einem strengen Auswahlwettbewerb für die erste, auf drei Jahre angelegte Förderphase haben sich gleich vier Arbeitsgruppen aus Erlangen durchgesetzt. Damit fließen Fördergelder in Höhe von etwa 1,23 Millionen Euro an Arbeitsgruppen der Fakultät. Bundesweit unterstützt die DFG mit 8,25 Millionen Euro insgesamt 23 Arbeitsgruppen aus den unterschiedlichsten klinischen Fachgebieten – von der Genetik über die Leber-, Darm- und Hautforschung bis hin zur Mikrobiologie, Virologie sowie der klinischen Rheumatologie und Immunologie.

Projekte der beteiligten Arbeitsgruppen der Fakultät

Die an der Fakultät angesiedelten Projekte beschäftigen sich mit der Rolle von ILC bei der Entstehung von fibrotischen Erkrankungen, bei neuen Ansätzen zur Therapie der rheumatoiden Arthritis sowie bei der Abwehr von Infektionen durch Protozoen und Wurmparasiten. Im Einzelnen sind folgende Einrichtungen der Medizinischen Fakultät beteiligt:

  • Lehrstuhl für Innere Medizin III
    • Prof. Dr. Jörg Distler/Dr. Andreas Ramming: IL-9-producing pathogenic versus non-pathogenic innate lymphoid cells in fibrotic diseases
    • Dr. Mario Zaiss: The role of innate lymphoid cells in the modulation of arthritis by intestinal helminths
  • Infektionsbiologische Abteilung am Mikrobiologischen Institut
    • Prof. Dr. David Vöhringer: Cytokine-mediated regulation of ILC2 development and effector functions against gastrointestinal helminths
  • Mikrobiologisches Institut – Klinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene
    • Prof. Dr. Christian Bogdan/PD Dr. Ulrike Schleicher: The role of innate lymhoid cells in cutaneous and visceral leishmaniasis

Sprecher und Koordinator des Schwerpunktprogramms ist Prof. Dr. Andreas Diefenbach, Leiter des Instituts für Mikrobiologie und Hygiene an der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

ILC – eine neue Gruppe von Immunzellen

Erst sechs Jahre ist es her, dass Wissenschaftler eine neue Gruppe von Immunzellen entdeckten, die sie zunächst nicht einordnen konnten und denen sie den Namen „innate lymphoid cells“ (ILC) gaben. In Struktur und Form gleichen sie Lymphozyten. Sie greifen bei einer Immunreaktion des Körpers gegen Viren, Bakterien und Parasiten früh ein, indem sie lösliche Botenstoffe produzieren. Darüber hinaus spielt der Zelltyp eine zentrale Rolle bei chronischen Entzündungen, Krebs sowie allergischen Reaktionen. Im Gegensatz zu B- und T-Lymphozyten zirkulieren ILC nicht kontinuierlich im Blut durch den menschlichen Körper, sondern sind vor allem in verschiedenen Geweben ansässig. Dort erfüllen sie ihre Hauptfunktion: Regenerieren und Reparieren von Gewebe. Produzieren ILC jedoch zu viele, zu wenige oder die falschen Botenstoffe, können verschiedene chronisch-entzündliche Erkrankungen verschlimmert oder sogar erst ausgelöst werden.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Christian Bogdan

Tel.: 09131/85-22551