Gesichtsrekonstruktionen nach Tumorerkrankungen vorantreiben

Foto: Universitätsklinikum Erlangen

Mit innovativen Behandlungsmethoden können sichtbare Erfolge erzielt werden

Prof. Dr. Dr. Marco Kesting ist seit 1. Oktober 2017 neuer Direktor der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgischen Klinik. Der 45-Jährige tritt damit die Nachfolge von Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Friedrich W. Neukam an, der die Klinik 22 Jahre lang leitete. Prof. Dr. Dr. M. Kesting möchte insbesondere die modernen Möglichkeiten seines Fachbereichs bei Lippen-Kiefer-Gaumenspalten sowie in der Versorgung von Defekten im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich, die  durch Tumorerkrankungen oder Unfälle verursacht wurden, ausbauen. Vor seinem Wechsel nach Erlangen war er stellvertretender Klinikdirektor der Klinik und Poliklinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie der Technischen Universität München Klinikum rechts der Isar.

In Forschung und Patientenversorgung möchte sich Prof. Dr. Dr. M. Kesting in fachübergreifender Kooperation mit Kollegen des Lippen-Kiefer-Gaumenspalten-Zentrums des Universitätsklinikums Erlangen insbesondere um betroffene Babys und Kinder kümmern. Lippen-Kiefer-Gaumenspalten (LKG) gehören mit einer Häufigkeit von 1:500 Geburten zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen.

Es gibt heute hervorragende Behandlungsmethoden zur Korrektur dieser Fehlbildung, mit denen Ernährung, Sprache und Gehör so normalisiert werden können, dass eine ungestörte Entwicklung in alltäglicher Umgebung erreicht werden kann.

sagt Prof. Dr. Dr. M. Kesting. Besonders stolz ist er auf eine von ihm mitentwickelte Operationstechnik zum Gaumenverschluss und auf ein innovatives Konzept zur Nasenkorrektur bei Babys:

Wenn diese Patienten das Kleinkindalter verlassen, sieht ihnen kaum jemand an, dass sie wegen einer LKG behandelt wurden.

Prof. Dr. Dr. M. Kesting möchte die Eltern nach einer vorgeburtlichen LKG-Diagnose zuversichtlich stimmen, dass in enger Kooperation mit Frauen- und Kinderärzten der Region eine umfassende Behandlung zum Wohle ihres Neugeborenen geboten wird:

Je früher der Kontakt zwischen dem LKG-Zentrum des Universitätsklinikums Erlangen und den betroffenen Eltern zustande kommt, desto besser kann die Therapie geplant und umgesetzt werden.

Seine Schulzeit verbrachte Prof. Dr. Dr. M. Kesting, der in Mitwitz (Oberfranken) geboren wurde, in Kronach und Deggendorf. Nach seinem Studium der Zahn- und Humanmedizin an der FAU arbeitete er ab 1998 für fünf Jahre in einer zahnärztlichen Gemeinschaftspraxis in Fürth, bevor er seine wissenschaftliche Karriere fortsetzte: von 2002 bis 2003 im Universitätsspital Zürich, von 2004 bis 2007 in der Klinik für Mund-, Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie der Ruhr-Universität Bochum und ab 2007 zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, ab 2009 als Oberarzt für „onkologische-rekonstruktive Gesichtschirurgie“ in der Klinik und Poliklinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie der Technischen Universität München Klinikum rechts der Isar. Im selben Jahr habilitierte er sich mit einer Arbeit über „Das Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle – innovative diagnostische und rekonstruktive Techniken“. 2011 folgte zur Spezialisierung im Fachgebiet der LKG-Therapie ein Aufenthalt am Department of Maxillo-Facial and Oral Surgery der University of Pretoria (Republik Südafrika), bevor er dann 2011 als leitender Oberarzt an die MKG-Klinik der TU München zurückkehrte. Prof. Dr. Dr. M. Kesting ist mit einer Diplom-Sportökonomin verheiratet und hat zwei Söhne im Alter von neun und 16 Jahren. Für seine wissenschaftliche Arbeit erhielt Prof. Dr. Dr. M. Kesting zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2015 den Wrigley Prophylaxe Preis der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung, 2012 den Wissenschaftspreis der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie 2011 den Innovationspreis Lehre der TU München.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Dr. Marco Kesting
Tel.: 09131 85-33616