Fieberauslöser schneller überführt

Diagnostische PET-CT-Aufnahme einer Aortitis, bei der die Wände der Hauptschlagader (Aorta) entzündet sind (gelb-rötliche Färbung. (Foto: Universitätsklinikum Erlangen)

Neue Strategie zur Aufklärung von unklarem Fieber und erhöhten Entzündungswerten mit PET-CT entdeckt

Fieber kann bei einer Erkältung auftreten oder das Warnsignal einer schweren Erkrankung sein. Hält das Fieber länger als drei Wochen an oder tritt es ohne offensichtlichen Grund immer wieder auf, sprechen Mediziner von „Fieber unklarer Genese“. Auch erhöhte Entzündungswerte können eine unbekannte Herkunft haben. In beiden Fällen ist eines klar: Der mysteriöse Täter muss ermittelt werden. Da sich hinter den Symptomen ernsthafte Ursachen, wie Autoimmunerkrankungen, Infektionen oder auch Tumoren, verbergen können, ist Zeit ein wesentlicher Faktor bei den Ermittlungen. Ein interdisziplinäres Ärzteteam der Medizinischen Klinik 3 und der Nuklearmedizinischen Klinik hat jetzt eine Ermittlungsstrategie entworfen, mit der versteckte Erkrankungen wesentlich schneller ergründet werden können.

Fall A: 38,5 Grad Celsius über mehrere Wochen – niemand weiß, woher das Fieber kommt und warum die Behandlungsversuche nicht anschlagen. Fall B: Anhaltend hohe Entzündungswerte im Blut – ohne ersichtliche Ursache, trotz umfangreicher Untersuchungen. Mögliche Auslöser gibt es viele: versteckte Infektionen, wie Tuberkulose, Entzündungen der Gefäßwände im Rahmen von Immunerkrankungen, bösartige Veränderungen, wie Lymphdrüsenkrebs oder genetische Fiebererkrankungen. Eine rasche und zielführende Diagnostik ist daher bei anhaltendem Fieber oftmals lebensrettend.

Jeder Patient mit Fieber oder erhöhten Entzündungswerten ohne Erklärung ist im Grunde ein eigener Kriminalfall. Es gilt, ein Täterprofil zu erstellen und den Verursacher schnell zu identifizieren und auszuschalten.

beschreibt Prof. Dr. Bernhard Manger, Oberarzt der Medizinischen Klinik 3, die Ausgangssituation.

Schneller ins PET-CT

Die weltweit bisher größte Untersuchung zur Verbesserung der Diagnostik von unklarem Fieber führten jetzt Studienteams der Medizinischen Klinik 3 und der Nuklearmedizinischen Klinik durch. Dafür erhielten Patienten mit erhöhten Temperaturen und Entzündungen unklarer Herkunft bereits frühzeitig einen Ganzkörperscan mithilfe der Positronen-Emissionstomografie/Computertomografie (PET-CT), die zusätzlich zu den Standarduntersuchungen durchgeführt wurde.

Diese Technik ermöglicht die Darstellung krankhafter Stoffwechselvorgänge im Körper, zusätzlich zur genauen Analyse der Gewebestruktur. So können wir versteckte Entzündungen, Infektionen oder auch Tumoren sichtbar machen.

erklärt Prof. Dr. Torsten Kuwert, Direktor der Nuklearmedizinischen Klinik.

Die Ergebnisse dieser Untersuchungen zeigten, dass der frühe Einsatz eines PET-CT die Diagnostik bei unklarem Fieber und unklarer Entzündung verbessern und vor allem verkürzen kann.

Dieses beschleunigte Verfahren erlaubte es bei fast 80 Prozent der Patienten, letztlich die Ursache für ihre Beschwerden zu finden. Mit der sicheren Diagnose können wir die Patienten schneller in die Therapie bringen, die sie wirklich brauchen.

freut sich die Studienleiterin Dr. Verena Schönau von der Medizinischen Klinik 3.

Prof. Dr. Georg Schett, Direktor der Medizinischen Klinik 3, betont:

Der Einsatz des PET-CTs ist vor allem deshalb ein Quantensprung in der Entzündungs- und Fieberdiagnostik, weil die behandelnden Ärzte nun schneller auf unerwartete Spuren aufmerksam werden, mithilfe derer sie den Behandlungsfall aufklären können.

Weitere Informationen

Sandra Jeleazcov
Tel.: 09131 85-39109