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Dies Academicus 2018: Preisträgerin der Medizinischen Fakultät

Science Slam der Habilitationspreisträgerin C. Günther (Bild: FAU/Kurt Fuchs)

Am Dies Academicus feiert die FAU alljährlich den Tag ihrer Gründung am 4. November 1743. Zu diesem Anlass lädt Präsident zur Akademischen Feier. Im Rahmen dieser Feier werden unter anderem auch die Habilitationspreise vergeben.

Thiersch-Preis an PD Dr. Dr. Claudia Günther

Der vom Universitätsbund Erlangen-Nürnberg gestiftete und mit 1.500 Euro dotierte Habilitationspreis wurde in diesem Jahr u.a. an eine Nachwuchswissenschaftlerin der Medizinischen Klinik 1 verliehen:

PD Dr. Dr. Claudia Günther leitet eine Nachwuchsgruppe für mukosale Infektionsbiologie an der Medizinischen Klinik 1 und wurde für ihre Arbeit über den Beitrag des regulierten Zelltods zur Pathogenese entzündlicher Erkrankungen ausgezeichnet.

Leben wird erst möglich, wenn auch Zelltod stattfindet. Er gewährleistet ein kontrolliertes Zellwachstum und stellt sicher, dass nicht mehr neue Zellen entstehen als gleichzeitig absterben. Eine Störung dieses Gleichgewichts zwischen Zelltod und -entstehung wurde jedoch als primärer Faktor bei der Pathogenese vieler akuter und chronischer Erkrankungen identifiziert. Bei den sogenannten Autoimmunerkrankungen etwa sterben mehr Zellen ab als ersetzt werden können. Ist dagegen das Selbstmordprogramm komplett ausgeschaltet, wird eine Zelle unsterblich, und Krebs kann entstehen. Im Rahmen der Habilitationsschrift „Molecular regulation of programmed cell death in inflammatory diseases“ von C. Günther wurde der Beitrag des regulierten Zelltodes zur Pathogenese entzündlicher Erkrankungen aufgeklärt. Die Studien zeigten, dass das Fehlen des zentralen Apoptosevermittlers Caspase-8 Epithelzellen nicht etwa vor Zelltod schützt, sondern im Gegenteil anfällig für eine neuartige Form des proinflammatorischen Zelltods macht. Diese wird als regulierte Nekrose oder Nekroptose bezeichnet. In einem translationalen Ansatz konnte eine grundlegende Funktion der Nekroptose bei der Pathogenese von humanen Leber- und Magen-Darm-Erkrankungen identifiziert und molekular charakterisiert werden. Durch diese Studien konnten neue Krankheitsmechanismen aufgedeckt werden, was dazu beiträgt, innovative Biomarker und therapeutische Optionen für zelltodbedingte menschliche Erkrankungen zu entwickeln.

PD Dr. Dr. Claudia Günther studierte von 2003 bis 2008 Biologie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Anschließend promovierte sie im Labor von Prof. Dr. Christoph Becker an der Medizinischen Klinik 1 über die Rolle des epithelialen Zelltods für die Homöostase des Darms. Während ihrer Postdoc-Zeit forschte C. Günther an neuen Formen des regulierten Zelltods. Dabei vermochte sie bislang völlig unbekannte intrazelluläre Signalmechanismen aufzudecken, die von hoher Relevanz für das Verständnis humaner inflammatorischer und autoimmuner Erkrankungen sind. Seit 2017 leitet sie eine Nachwuchsgruppe für mukosale Infektionsbiologie an der Medizinischen Klinik 1. Ihre Arbeiten wurden in international führenden Journalen veröffentlicht und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.