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Hoffnung für schwerst kranke COVID-19-Patientinnen und -Patienten

Bild: Colourbox.de

IPCO-Studie unter Federführung des Uni-Klinikums Erlangen untersucht Wirksamkeit und Sicherheit von Therapie mit Rekonvaleszentenplasma

Auch ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie existiert immer noch keine zugelassene, spezifische antivirale Therapie zur Behandlung schwerst kranker COVID-19-Patientinnen und -Patienten. Das möchten die Expertinnen und Experten des Universitätsklinikums Erlangen endlich ändern. Unter Federführung von Prof. Dr. Holger Hackstein, Leiter der Transfusionsmedizinischen und Hämostaseologischen Abteilung, und Prof. Dr. Mario Schiffer, Direktor der Medizinischen Klinik 4 – Nephrologie und Hypertensiologie, bündeln zahlreiche Spezialistinnen und Spezialisten unterschiedlicher Fachdisziplinen ihr Wissen. Im Rahmen der IPCO-Studie untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Wirksamkeit und die Sicherheit von Rekonvaleszentenplasma bei der Behandlung von schwer an COVID-19 erkrankten beatmeten Patientinnen und Patienten.

Menschen, die infolge einer SARS-CoV-2-Infektion schwer erkranken, müssen intensivmedizinisch behandelt und in den meisten Fällen künstlich beatmet werden. Mit 40 bis 50 Prozent weisen diese Betroffenen die höchste Sterblichkeitsrate aller COVID-19-Patientengruppen auf. Ein Erfolg versprechender Ansatz ist die Therapie mit Blutplasma von genesenen COVID-19-Patientinnen und -Patienten. Dieses bereits unter Studienbedingungen praktizierte Vorgehen wird von den Erlanger Forschenden nun im Rahmen der IPCO-Studie klinisch überprüft. Falls sich die Annahme bestätigt und sich das Verfahren als sicher erweist, kann die Therapie offiziell zugelassen werden und die Sterblichkeitsrate dieser Patientengruppe hoffentlich senken.

IPCO – neues Studiendesign

Die IPCO-Studie unterscheidet sich wesentlich von den bisherigen Studien und Fallserien mit Rekonvaleszentenplasma, bei denen zumeist ein bis zwei Präparate eingesetzt wurden. Im Rahmen von IPCO erhalten die Patientinnen und Patienten randomisiert – also nach dem Zufallsprinzip – mindestens drei Plasmen. Die Zahl der mittels Infusion übertragenen Präparate lässt sich auf bis zu sechs Plasmen pro Patientin beziehungsweise Patient erhöhen. Die Daten aus der IPCO-Studie werden gemeinsam mit den Partnern im COPERIMOplus-Forschungsverbund (COPERIMO: COronavirus PErsonalisierte RIsiko MOdelle), das von den Fraunhofer-Instituten für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen (SCAI) und für Translationale Medizin und Pharmakologie (ITMP) geleitet wird, mithilfe von KI-Algorithmen in besonderer Tiefenschärfe analysiert. Obwohl schon einige Studien mit Rekonvaleszentenplasma durchgeführt wurden, erwarten die Erlanger Forschenden durch das Studiendesign und die Analytik einen deutlichen Erkenntnisgewinn zum Stellenwert dieser Therapie bei schwer erkrankten Patientinnen und Patienten.

Beteiligung von Spezialistinnen und Spezialisten aus Erlangen und Nürnberg

Außer der Transfusionsmedizin und der Medizinischen Klinik 4 unterstützen zahlreiche weitere Einrichtungen des Uni-Klinikums Erlangen die IPCO-Studie: die Medizinische Klinik 1 – Gastroenterologie, Pneumologie und Endokrinologie, die Anästhesiologische Klinik, das Virologische Institut – Klinische und Molekulare Virologie und das Center for Clinical Studies. Außerdem sind der Lehrstuhl für Medizinische Informatik der FAU und die Klinik für Innere Medizin 8, Schwerpunkt Kardiologie des Klinikums Nürnberg beteiligt.

Die Genehmigung der IPCO-Studie durch das Paul-Ehrlich-Institut – Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel liegt bereits vor und die Ethikkommission des Uni-Klinikums Erlangen hat eine positive Stellungnahme abgegeben. Die klinische Studie wird finanziell unterstützt vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, von der Manfred-Roth-Stiftung und im Rahmen von COPERIMOplus von der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Holger Hackstein
Tel.: 09131/85-36972
trans-sekretariat@uk-erlangen.de

Prof. Dr. Mario Schiffer
Tel.: 09131/85-39002
med4@uk-erlangen.de

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