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International

Internationalisierungsstrategie

Internationalisierungsstrategie der Medizinischen Fakultät (Auszug)

Hintergrund

Die „Internationalisierung“ der Hochschulen ist ein wichtiges strategisches Konzept, um auf eine zunehmende Globalisierung der Wissenschaft und der akademischen Ausbildung zu reagieren. Die Medizinische Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ist bereits in hohem Maße international vernetzt. Diese internationalen Kontakte und Kooperationen beruhen im Wesentlichen auf Einzelinitiativen der Forscher, sind bislang strukturell wenig unterstützt und werden quantitativ bisher nicht systematisch erfasst. Neben der Forschung und Lehre betreffen Internationalisierungsfragen auch die Krankenversorgung als dritten, wesentlichen Aufgabenbereich der Medizinischen Fakultät. […].

Insgesamt wurden [im Rahmen der Ausarbeitung der Internationalisierungssstrategie] fünf übergreifende Feststellungen getroffen, zwölf Zielfelder herausgearbeitet und sechs prioritäre Maßnahmen empfohlen.

Zielfelder der Internationalisierung

  • Internationale Kooperationen

[…] Auch wenn die erfolgreiche Realisierung internationaler Kooperationen weiterhin unverzichtbar der Einzelinitiative von Forschern bedarf, so können unterschiedliche Maßnahmen sie doch erheblich erleichtern und zu einem Ausbau beitragen (s. Maßnahmen). Ausmaß und Entwicklung internationaler Zusammenarbeit sollten an Hand von festzulegenden Parametern zukünftig möglichst fortlaufend dokumentiert werden (s. Maßnahmen).

  • Gewinnung von qualifizierten Forschern aus dem Ausland für längerfristige Tätigkeit an der Medizinischen Fakultät der FAU

[… ] Eine vermehrte Gewinnung von Forschern aus dem Ausland muss naturgemäß bei der Durchführung der entsprechenden Berufungsverfahren ansetzen (s. Maßnahmen). Sowohl für die Gewinnung ausländischer Professoren als auch für die Gewinnung von Nachwuchswissenschaftlern sollten Hürden abgebaut werden, die den Einstieg in das Berufs-und Alltagsleben erschweren oder sogar unmöglich machen. Hierzu ist der Aufbau einer effizienten, zielgruppenorientiert ausgerichteten „Welcome-Struktur“ wesentlich (s. Maßnahmen).

  • Gewinnung von qualifizierten Forschern aus dem Ausland für kurzfristige Tätigkeit an der Medizinischen Fakultät der FAU

[… ] Eine wesentliche Hürde für die temporäre oder dauerhafte Tätigkeit von ausländischen Forschern in Erlangen besteht darin, dass sowohl die arbeitsrechtlichen Schritte im weitesten Sinne (einschließlich Verträgen über Gasttätigkeit, versicherungsrechtliche Fragen etc.) als auch die notwendigen Maßnahmen zur Etablierung des Alltagslebens auf Sprachbarrieren treffen und vielfach nicht zielgruppenorientiert optimiert sind. Darüber hinaus gibt es innerhalb der Medizinischen Fakultät und am Klinikum keine zentralen Ansprechpartner oder klar definierte Bearbeitungspfade für derartige Fragen (s. Maßnahmen). Eine weitere Schwierigkeit liegt gerade für die kürzeren Aufenthalte von Gastwissenschaftlern, aber auch für den unkomplizierten Start längerfristiger Aufenthalte in der sehr beschränkten Möglichkeit, Wohnraum temporär zur Verfügung zu stellen (s. Maßnahmen).

  • Englische Sprachkompetenz

[…] Eine hohe individuelle Sprachkompetenz von Forschern in Erlangen und der Gebrauch der englischen Sprache im Rahmen der wissenschaftlichen Kommunikation sind wichtige Voraussetzungen für den internationalen Austausch von Forschungsergebnissen und die reibungslose Durchführung von Kooperationen, die Teilhabe am Wettbewerb um internationale Ressourcen in Form von Geldmitteln oder Personen, aber auch für die Gewinnung von Forschern aus dem Ausland […]. Nachdem die internationale wissenschaftliche Kommunikation praktisch ausschließlich in Englisch erfolgt, stellt sich die Frage, in welchem Umfang auch die interne Kommunikation ganz auf Englisch umgestellt werden sollte. Bereits heute finden viele wissenschaftliche Seminare, Labor- und Arbeitsgruppenbesprechungen in Kliniken und Instituten der Medizinischen Fakultät in Englisch statt. Diesbezüglich sieht es die Forschungskommission als sinnvoll an, schrittweise eine komplette Umstellung auf Englisch vorzunehmen (s. Maßnahmen).

  • Einwerbung internationaler Drittmittel

[…] Die Einwerbung von auf internationaler Ebene vergebenen Fördermitteln muss in erster Linie den einzelnen Forschern überlassen bleiben. Die Schaffung von zusätzlichen, über die bisherige LOM-Systematik hinaus gehenden Anreizen erscheint nicht sinnvoll. Eine Fortführung der bereits etablierten Informationsweiterleitung über internationale Ausschreibungen ist sinnvoll. In Hinblick auf die Antragstellung in EU-Verfahren ist eine professionelle administrative Unterstützung durch die Universität wünschenswert.

  • Forschungsinhalte mit primärer Relevanz im Ausland

[…] In diesem Bereich hat die Medizinische Fakultät in Erlangen, bis auf wenige Einzelprojekte, bislang kein besonderes Profil. Sollten entsprechende Themengebiete zukünftig bearbeitet werden, wären sie in die Internationalisierungsstrategie zu integrieren.

  • Studierende aus dem Ausland

[…] Insgesamt besteht im Bereich der Lehre weniger Handlungsbedarf als in anderen Bereichen. Allerdings wird Optimierungsbedarf gesehen bei der Auswahl ausländischer Studierender.

  • Auslandserfahrung und internationale Lehrinhalte

[…] Angesichts des hohen Anteils an PJ-Aufenthalten im Ausland stellt sich weiterhin die Frage, wieweit durch eine Qualitätskontrolle eine äquivalente Ausbildung sichergestellt werden sollte. Dabei sollte aber der Mehrwert von Auslandsaufenthalten an sich adäquate Berücksichtigung finden. Auslandsaufenthalte von Studierenden könnten gezielt in strategische Kooperationen integriert werden.

  • Ärzte aus dem Ausland

[…] Die arbeitsrechtlichen und versicherungsrechtlichen Fragen in Zusammenhang mit der Tätigkeit ausländischer Ärzte an der Medizinischen Fakultät sollten sowohl für den Bereich der Patientenversorgung als auch für den Bereich der Forschung systematisch analysiert werden, Lösungsansätze für regelmäßig wiederkehrende Fragen sollten erarbeitet und in eine strukturierte Ablaufoptimierung eingebracht werden (s. Maßnahmen). Problemfelder, die nicht auf der Ebene des Klinikums und der Fakultät lösbar sind, sollten klar beschrieben werden, um auf höherer Ebene auf eine Änderung der Rahmenbedingungen hinwirken zu können.

  • Internationale Patienten

[…] Erlangen ist allein auf Grund seiner Lage und Infrastruktur grundsätzlich sicher kein idealer Standort für die Behandlung ausländischer Patienten. Ob und wieweit dessen ungeachtet insgesamt oder für bestimmte Behandlungsfelder eine gezielte Rekrutierung und Behandlung ausländischer Patienten sinnvoll ist, bedarf einer genaueren Prüfung durch die zuständigen Gremien (-Klinikumsvorstand).

  • Gesundheitsleistungen im Ausland

[…] Im Rahmen eines zunehmend globalen Gesundheitsmarktes stellt sich auch die Frage, ob und wieweit es sinnvoll ist, dass die Medizinische Fakultät und ihre Mitglieder sich an der Erbringung von Gesundheistsleistungen im Ausland beteiligen. […ggf. im Rahmen der Aktivitäten des Medical Valley Europäische Metropolregion Nürnberg (EMN)…]. Angesichts der Komplexität dieser Thematik wird dieser Punkt in diesem Papier bewusst ausgeklammert.

Strategische Partnerschaften

[…] Falls sich die Medizinische Fakultät [nach einer sorgfältigen Abwägung von Aufwand und Nutzen] auf strategische Kooperationen festlegen möchte, die dann eine besondere institutionelle Aufmerksamkeit erfahren, so erscheint es erstrebenswert, sich auf wenige Partner zu fokussieren und Partner zu wählen, deren wissenschaftliche Leistungsfähigkeit und Reputation der  Erlanger Fakultät entspricht oder darüber liegt. Auch erscheint es sinnvoll, mindestens zwei der drei Aufgabenfelder (Forschung, Lehre und Krankenversorgung) in derartige Kooperationen einzubeziehen.

In Hinblick auf die Entscheidung, strategische Kooperationen einzugehen und dazu Partner festzulegen, wird eine breite, ergebnisoffene Diskussion in der Fakultät empfohlen.

Prioritäre Maßnahmen

Auf der Basis der Statusanalyse der einzelnen Zielbereiche und der Schwierigkeiten einer verstärkten Internationalisierung in den jeweiligen Bereichen ergeben sich sechs konkrete Empfehlungen.

  1. Ausbau bzw. Etablierung von Welcome-Strukturen zur Unterstützung der temporären oder dauerhaften Tätigkeit von Forschern aus dem Ausland an der Medizinischen Fakultät der FAU […]
  2. Verbesserung des Angebotes an temporärem Wohnraum für Gastwissenschaftler oder den Tätigkeitsbeginn von längerfristig aus dem Ausland gewonnenen Wissenschaftlern […]
  3. Verstärkte Rekrutierung von Wissenschaftlern aus dem Ausland bei der Besetzung von Professuren und Nachwuchsgruppenleiterpositionen […]
  4. Sukzessive Umstellung der wissenschaftlichen Kommunikation auf englische Sprache […]
  5. Verbesserung der Infrastruktur für internationale wissenschaftliche Tagungen […]
  6. Bessere Dokumentation internationaler Kooperationen […]