Graduiertenkollegs und -programme

Strukturierte Promotionsprogramme

Was ist ein Graduiertenprogramm?

Als Alternative zur klassischen Individualpromotion ist die Teilnahme an einem strukturierten Promotionsprogramm innerhalb eines Gradiertenprogramms möglich. Bei einer strukturierten Promotion sind die Doktorandinnen und Doktoranden in ein Ausbildungsprogramm integriert. Dort kommen ausgewählte Graduierte zusammen, deren Projekte häufig einem gemeinsamen, interdisziplinären Thema zuzuordnen sind. Ein begleitendes Curriculum bereitet Sie auf Ihre Forschungsaufgaben vor. In der Regel ist mindestens ein Freisemester verpflichtend; in einigen strukturierten Programmen wird den Promovierenden ein Stipendium gewährt.

Die Strukturen in den Programmen sehen den regelmäßigen Austausch mit anderen Promovierenden und den häufigen – sowohl institutionalisierten wie auch informellen – Kontakt zu einem Betreuungsteam aus einem Betreuer und mindestens einer Mentorin oder einem Mentoren vor. Die Promovierenden werden darin unterstützt, Konferenzen zu besuchen und Ergebnisse ihrer Forschung zu veröffentlichen – so entsteht früh Kontakt zur „academic community“.

DFG-geförderte Programme

Die DFG fördert seit 2013 den SFB/Transregio 130 (TRR130) „B-Zellen: Immunität und Autoimmunität“. In diesem standortübergreifenden Verbund arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Fakultät der FAU (Sprecher-Universität), der Albert-Ludwigs Universität Freiburg, der Charité Berlin, des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums, des Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie und der Universitätsmedizin Göttingen an der Aufklärung der Funktion und Fehlfunktion von B-Zellen.
Um hoch qualifizierte und international wettbewerbsfähige Immunologinnen und Immunologen auszubilden und den Austausch innerhalb und zwischen den vier beteiligten Standorten zu fördern, wurde ein integriertes Doktorandenausbildungsprogramm (IRTG; Forschungsbericht) mit einem starken Forschungsprogramm sowie einem gemeinsamen Ausbildungs-, Betreuungs- und Karrierekonzept etabliert. Gemeinsame Klausurtagungen, Laborrotationen innerhalb des TRR130 und die jährlich stattfindende B-Zell-Winterschule bilden eine ideale Plattform für einen intensiven Austausch zwischen den Projektleitenden und Promovierenden der einzelnen Standorte.

Erste Förderperiode: 2013 – 2016, zweite Förderung: 2017 – 2021

Das integrierte GK 1181, das vorerst vier Jahre (2015 – 2019) von der DFG gefördert wird, soll Promovierenden im Rahmen des SFB 1181 eine hochqualifizierte, translationale Ausbildung mit einem Fokus auf die Lebenswissenschaften parallel zu ihrer Dissertation ermöglichen. Medizinische Forschung ist nicht nur auf die Klinik oder das Labor bezogen: Wissenschaft in der Medizin muss beides gleichermaßen bieten. Somit erhalten
die Graduierten innerhalb des SFB 1181 eine strukturierte Ausbildung mit Mentoringprogramm, um so auf eine wissenschaftliche Laufbahn in den Lebenswissenschaften vorbereitet zu werden.

Die DFG und das Land Bayern fördern seit Oktober 2010 das erste an einer deutschen Universität eingerichtete Fast Track-Promotionsprogramm (Forschungsbericht GK 1660) mit dem Titel „Schlüsselsignale der adaptiven Immunantwort“.

Um die Attraktivität unseres Standortes zu erhöhen und den besten Nachwuchs zu rekrutieren, bieten wir als Pilotprojekt ein für Deutschland innovatives Programm an, um Absolventen mit einem Bachelorabschluss innerhalb von 4,5 Jahren zum Dr. rer. nat. zu führen. Zusätzlich werden auch bis zu neun assoziierte Naturwissenschaftlerinnen oder Naturwissenschaftler mit einem Master- bzw. Diplomabschluss in das Kolleg aufgenommen, und es wird ein studienbegleitendes Promotionsprogramm für sechs talentierte Promovierende der Humanmedizin angeboten. In der Qualifizierungsphase durchlaufen die „Fast Track“-Promovierenden ein 1,5- jähriges Ausbildungsprogramm, das sie über die Vermittlung von Fachwissen und fachübergreifenden Schlüsselqualifikationen sowie forschungsnahen Laborrotationen (eins davon in einem ausländischen Labor) gezielt an die Promotionsphase heranführen wird.

Das Hauptziel des GK 1660 ist die Ausbildung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf dem Gebiet der adaptiven Immunität. Das GK 1660 wurde im Februar 2014 im Rahmen einer DFG-Begutachtung als exzellent eingestuft. Im Mai 2014 entschied der Bewilligungsausschuss der DFG die Weiterförderung des Programmes mit einem Fördervolumen von über 3,5 Mio. Euro für weitere 4,5 Jahre.

Welche Zusammenhänge gibt es zwischen der Entwicklung des Zentralnervensystems (ZNS) und dem Auftreten von neuropsychiatrischen und -degenerativen Erkrankungen im späteren Erwachsenenalter? Inwieweit  beeinflussen Entwicklungsvorgänge die Widerstandsfähigkeit gegenüber ZNS-Erkrankungen des Erwachsenenalters? Welche Faktoren sind hierfür ausschlaggebend? Die Promovierenden des Graduiertenkollegs 2162 werden diesen grundlegenden Fragen unter anderem durch Untersuchungen an Tiermodellen und an von Patienten stammenden, induzierten pluripotenten Stammzellen nachgehen. Das interfakultäre, neurowissenschaftliche Graduiertenkolleg  (Sprecher: Prof. Dr. D.C. Lie, Institut für Biochemie) wird von der DFG ab Juli 2016  für zunächst viereinhalb Jahre gefördert.

Weitere Programme

Die Graduiertenschule für Lebenswissenschaften (FAU Graduate School for Life Sciences; Life@FAU) ist eine Plattform für ein interdisziplinäres Graduiertenprogramm der FAU unter dem Dach des Graduiertenzentrums (FAU-GZ). Sie wird gleichberechtigt durch die Medizinische Fakultät und das Department Biologie der Naturwissenschaftlichen Fakultät getragen. Die Life@FAU bietet für naturwissenschaftliche und medizinische Doktorandinnen/Doktoranden in der Medizinischen Fakultät und im Department Biologie ein interdisziplinäres strukturiertes Ausbildungsprogramm.

Im Rahmen des Doktorandenprogramms wird Medizinstudierenden die Möglichkeit eröffnet, eine Doktorarbeit in einem anspruchsvollen, von Zusammenarbeit geprägten Forschungsfeld anzufertigen. Jährlich stehen 18 Stipendien für medizinische Promovierende zur Verfügung. Während der Forschungstätigkeit wird über einen Zeitraum von acht zusammenhängenden Monaten ein Stipendium gewährt. Darüber hinaus absolvieren die Teilnehmer parallel zu ihrem Studium festgelegte Ausbildungsmodule.

Seit dem Jahr 2007 betreibt das Interdisziplinäre Centrum für Alternsforschung (ICA) neben laufenden Kooperationen in der Forschung ein gemeinsames Promotionsprogramm „Gerontologie“, in dem strukturierte Lehrangebote für Doktoranden im Fach Gerontologie (Dr. phil.) und den Nachbarfächern (Psychologie, Psychiatrie, Sportwissenschaft) sowie auch medizinische Promotionen (Dr. med., Dr. rer. biol. hum.) unterstützt und gefördert werden.

Die SAOT (Forschungsbericht SAOT) wurde mit Beteiligung der Medizinischen Fakultät an der FAU im November 2006 im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förderung von Forschung und Wissenschaft an deutschen Universitäten eingerichtet und im November 2012 für weitere fünf Jahre verlängert. Die SAOT bietet ein interdisziplinäres, fakultätsübergreifendes, strukturiertes und englischsprachiges Ausbildungsprogramm für Graduierte mit dem Ziel der Promotion, das eingebunden ist in ein weltumspannendes Netzwerk führender Fachleute. An ihr sind die Medizinische, Naturwissenschaftliche und Technische Fakultät beteiligt. Die wissenschaftlichen Schwerpunkte der SAOT umfassen die Bereiche Optische Messtechnik, Optische Materialbearbeitung, Optik in der Medizin, Optik in der Kommunikations- und Informationstechnik, Optische Materialien und Systeme und Rechnergestützte Optik.

In a joint initiative, the Max Planck Institute for the Science of Light (MPL), the FAU, the Friedrich-Schiller University of Jena (FSU), the Fraunhofer Institute for Integrated Circuits IIS, and the Fraunhofer Institute for Applied Optics and Precision Engineering IOF offer an international Ph.D. programme. Further information: http://www.mpl.mpg.de/de/imprs.

Ziel des Emil Fischer Graduiertenprogrammes ist es, Nachwuchswissenschaftlern in einem inter­disziplinären Umfeld begleitend zu ihrer Pro­motion Schlüsselqualifikationen für eine spä­tere Tätigkeit im Bereich der Wirkstofffor­schung und der Arzneimittelentwicklung zu vermitteln. Inhaltliche Schwerpunkte bilden hierbei die Identifikation und Charakterisie­rung von Zielproteinen, Signalkaskaden, Wirk­stoffen, Wirkmechanismen und die dazugehö­rige Bioanalytik. Getragen wird das Programm von Hochschulleh­rern der Naturwissen­schaftlichen und der Medizinischen Fakultät.

Basierend auf dem Graduiertenprogramm konnte im Jahr 2013 zudem ein DFG-geförderter Graduiertenkolleg („Medizinische Chemie selektiver GPCR-Liganden“, GRK 1910) eingerichtet werden.
Forschungsbericht EFS