Schwerverletzte schnell und sicher versorgen

Symbolbild zum Artikel. Der Link öffnet das Bild in einer großen Anzeige.
Insgesamt 32 Pflegefachkräfte, Ärztinnen und Ärzte des Uniklinikums Erlangen und aus benachbarten Krankenhäusern nahmen an dem intensiven Training zur Versorgung Schwerverletzter teil. Geschult und begleitet wurden sie von 14 Instruktorinnen und Instruktoren aus ganz Deutschland und der Schweiz. Foto: Mario Perl/Uniklinikum Erlangen

Mitarbeitende aus ärztlichem und Pflegedienst absolvieren gemeinsam intensives hochkarätiges Training

2 Tage, 14 Instruktorinnen und Instruktoren, 65 Übungseinheiten und 1.000 Kilogramm Ausbildungsmaterial: Dieses Training am Uniklinikum Erlangen hatte es in sich. 16 Pflegefachkräfte, 16 Ärztinnen und Ärzte nahmen an der interdisziplinären, multiprofessionellen Veranstaltung teil, um ihr Wissen über die Versorgung von Schwerletzten auf den aktuellsten Stand zu bringen. „Bei Traumata ist besonders Schnelligkeit gefragt, und die Abläufe sind hochkomplex. Die einzelnen Behandlungsschritte müssen wie Zahnräder perfekt ineinandergreifen. Hierfür bedarf es eines intensiven Trainings aller beteiligten Berufsgruppen“, erklärt Prof. Dr. Mario Perl, Direktor der Unfallchirurgischen und Orthopädischen Klinik des Uniklinikums Erlangen. „Wir sind eines von zwei überregionalen Traumazentren mit der höchsten Zulassungsstufe für schwer verletzte Patientinnen und Patienten in der Europäischen Metropolregion Nürnberg. Kontinuierliches Training ist für uns das A und O. Wir freuen uns sehr, dass wir dieses international zertifizierte Trainingskonzept bayernweit als Erste anbieten konnten und einer von nur zwei Standorten in Deutschland sind, die es dauerhaft im Programm haben.“

Die Kurse „Advanced Trauma Life Supports“ (ATLS) und „Advanced Trauma Care for Nurses“ (ATCN) werden in über 80 Ländern geschult, und die Teilnehmenden schließen sie jeweils mit einem international anerkannten Zertifikat ab. „Traumazentren mit der höchsten Zulassungsstufe müssen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mittlerweile zu diesen Kursen schicken“, sagt Prof. Perl, der seit vielen Jahren an der stetigen Weiterentwicklung des Trainingskonzepts beteiligt ist. „Wir sind sehr stolz, dass wir den Kurs nun erstmals selbst anbieten konnten und ihn künftig bis zu fünfmal pro Jahr durchführen werden.“

Praxisnähe, Multiprofessionalität und Interdisziplinarität sind die wichtigsten Charakteristika des Trainings: Das Team und die perfekte Abstimmung im Team, gerade auch unter hohem Zeitdruck, stehen im Fokus – so wie es Tag für Tag im Schockraum der Fall ist. „Unser Ziel ist es, möglichst viele Pflegefachkräfte, Ärztinnen und Ärzte in der Europäischen Metropolregion Nürnberg und darüber hinaus zu schulen“, erläutert Mario Perl. Die Instruktorinnen und Instruktoren kommen aus ganz Deutschland und der Schweiz nach Erlangen. Außerdem steht das Training unter Aufsicht einer internationalen Faculty. Die Kursinhalte werden ständig an die neuesten Forschungsergebnisse, an aktuelle Standards und Leitlinien angepasst.

„Es war ein sehr interessanter und fordernder sowie kurzweiliger Kurs“, sagt Andreas Schmidt, Fachkrankenpfleger für Notfallpflege und pflegerische Leitung der chirurgischen Notaufnahme des Uniklinikums Erlangen. „Durch die Kombination von Vorträgen und praktischen Übungen wurden die Inhalte optimal vermittelt. Außerdem wird durch das Zusammenwirken von Ärztinnen, Ärzten und Pflege die interdisziplinäre Zusammenarbeit gestärkt. Fazit: Ein toller Kurs, es hat Spaß gemacht.“

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Mario Perl
09131 85-33272
unfallchirurgie(at)uk-erlangen.de

Originalbericht