Erste zertifizierte Palliativstation in Bayern

Zertifikatsübergabe (v. l. n. r.): Dr. B.O. Maier, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, Prof. Dr. C. Ostgathe, Leiter der Palliativmedizinischen Abteilung, und Prof. Dr. L. Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin. (Foto: Münster View/Heiner Witte)

Erlanger Station von Deutscher Gesellschaft für Palliativmedizin ausgezeichnet

Die ersten Palliativstationen aus Bonn, Bremen, Erlangen, Freiburg und Wiesbaden haben ein umfassendes Zertifizierungsverfahren der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin e. V. (DGP) durchlaufen, das in Kooperation mit der Zertifizierungsstelle ClarCert durchgeführt wird. Fünf Leitungen konnten jetzt beim DGP-Mitgliedertag in Münster ihre Zertifikate in Empfang nehmen, darunter auch Prof. Dr. Christoph Ostgathe, Leiter der Palliativmedizinischen Abteilung.

Schwer kranke Patienten und ihre Angehörigen sollten auf den ersten Blick erkennen können, wo sie auf jeden Fall kompetente Behandlung und Begleitung erwarten dürfen.

betont Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin. Dafür braucht es klare Qualitätskriterien, die das Zertifizierungsverfahren bietet und überprüft. Denn nicht nur die Patienten haben etwas davon. Aus der sorgfältigen Überprüfung von Strukturen, Abläufen und Standards ergeben sich wertvolle Anregungen für Erweiterungen und Neuerungen, aber auch Chancen, zukünftig auf „überflüssigen Ballast zu verzichten“, berichtet Vizepräsident Dr. Bernd Oliver Maier.

Im Sinne der Qualitätssicherung kommt der Zertifizierung der Palliativversorgung zukünftig eine herausragende Bedeutung zu, so Prof. Dr. L. Radbruch. Auf Palliativstationen wird eine hochkomplexe Behandlung und Versorgung sehr schwer erkrankter Menschen aus dem gesamten Spektrum onkologischer, neurologischer, kardiologischer, geriatrischer u. a. Erkrankungen angeboten. Berechtigt sei deshalb die Frage, ob die Stationen sowohl in ihrem Gesamtkonzept als auch in den einzelnen therapeutischen und unterstützenden Angeboten aktuellen Qualitätsstandards entsprechen.

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin steht als wissenschaftliche Fachgesellschaft für die interdisziplinäre und multiprofessionelle Vernetzung. Ihre 5.700 Mitglieder aus Medizin, Pflege und weiteren Berufsgruppen engagieren sich für eine umfassende Palliativ- und Hospizversorgung in enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Im Zentrum steht die bestmögliche medizinische, pflegerische, psychosoziale und spirituelle Behandlung und Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen sowie ihrer Angehörigen. Gemeinsame Ziele sind die weitgehende Linderung der Symptome und die Verbesserung der Lebensqualität.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Christoph Ostgathe
Telefon: 09131 85-34064