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Staatsexamensfeier Winter 2019

Genfer Gelöbnis

Einen ROTEN TEPPICH hatten wir an diesem Fest noch nie! Aber dieses Mal, dem ersten in der herrlichen Heinrich-Lades-Halle, wurde er unseren Absolventes und ihren Gästen ausgerollt, rest-gesponsert von der Sparkasse. Man schritt geräumig, nach Ablegen der Winterpelze in der ebensolchen Garderobe, vorbei am Bronzekopf des namensgebenden Bürgermeisters Lades zum Sektempfang an locker platzierten, weiß gehufften Stehtischen (im Redoutensaal, unserer klassischen Location, war’s neubarock gemütlich, aber a bissl eng), um Punkt (!) 18:00 Uhr (6 PM sharp!) mit dem Fest im großen Saal anzuheben. Die von der trefflichen Show- & Tanzkapelle „Andorras“ intonierte (und wegen der stattlichen Zahl der Absolventes mehrmals wiederholte) Opernball-Polonaise rief zum Einzug der festlich gewandeten Ergebnisrepräsentanten der didaktischen Bemühungen unserer Fakultät auf und begleitete ihn. In einer eleganten Y-förmig geteilten Choreographie steuerten sie von beiden Seiten die in der Mitte des mit geknickt vorspringenden Mahagoniplatten getäfelten großen Saals (eine auch heute vortrefflich zu ertragende Stilistik der 1970er Jahre) angeordneten kardinalrot tapezierten (der Bamberger Bischof hätte seine Freude!) Stühle an und nahmen, eine nach dem andern, auf denselben Platz. Johannes Havlas Medizinerchor, konstitutioneller Bestandteil dieser Feier seit vielen Jahren, stimmte uns alle ein, die Grußworte unseres Dekans klangen freudiger denn je, und der grußüberbringende Vertreter der Bayerischen Landesärztekammer beglückwünschte den Dekan zu diesem wahrlich unvergleichlichen Ambiente. Herr Hauke, unser langjähriger Florist, hatte nämlich in visionärer Intuition den Blumenschmuck am Rednerpult und auf den Tischen farblich mit der Bestuhlung abgestimmt, ohne diese vorher gesehen zu haben. Zwischen Mauve und Kardinalsrot changierend, passte dieses Dekor vortrefflich zur Mahagonitäfelung.

Die Festrede wurde vom bekannten und auch in diesem Kontext bewährten Radiologen-Duo Uder/Janka vorgetragen, die es immer wieder schaffen, durch ihre unterirdischen Kontakte zur Redaktion der BILD-Zeitung ihre didaktische Botschaft zu verbreiten und mit einem „seien Sie egoistisch“ und anderen trefflichen Merksätzen den frischen Kolleginnen und Kollegen eine praktikable Wegleitung mitzugeben.

Nach der Überreichung der Lehrpreise durch unseren Studiendekan an wieder erfreulich zahlreich erschienene  Träger dieser Auszeichnung konnte man zum Höhepunkt des Festes schreiten, der Überreichung der Festurkunden und des Hippokratischen Eides an die Absolventes sive jungen Kolleginnen und Kollegen, auf welche terminologische Subtilität der Vertreter der Landesärztekammer Wert legte, da der Kollege (nicht der Rapper ähnlichen Namens) und die Kollegin tatsächlich eine andere und höhere Seinsform darstellen. In Erweiterung des klassischen Rituals, das bislang vom Dekan und dem Studiengangsvertreter der Humanmedizin zelebriert wurde, trat ein Dritter(der Verfasser dieses Berichts) mit auf die Bühne und dekorierte die jungen Damen und Herren mit einer dunkelblauen Seidenstola, welche die Insignien von Universität und Fakultät trug. Das hob den weihevollen Eindruck, der dann noch durch die gemeinsame Rezitation des Genfer Gelöbnisses auf der geräumigen Bühne (und nicht, wie bisher im Redoutensaal, im Parkett) unterstrichen wurde.

Eine wohlgesetzte Rede eines soeben beglückwünschten jungen Kollegen schloss sich an, Vertreter der Fachschaft dankten ihren nun scheidenden Kommilitonen, Blumensträuße wurden überreicht, Wangen beidseitig geküsst, und die vier tüchtigen Kolleginnen des Organisationsteams bekamen aus der Hand des Alumni-Vereinsvorsitzenden je ein Exemplar der gerade rechtzeitig erschienenen Jubiläumsgeschichte unserer Fakultät überreicht, ein wahrlich gewichtiges Werk aus der Glückstraße 10. Alles wurde von Rainer Windhorst und (weil so eine riesige Location zwei Fotografen braucht) Raffael Dahl digital abgebildet, der Medizinerchor beschwor den „Rhythm of life“, und das Dinner wurde musikalisch vom bewährten Manuel Schmidtlein Trio, verstärkt durch den Saxophonisten der „Andorras“, begleitet.

Man tanzte noch bis in die frühen Morgenstunden und wird diese aufgrund der perfekten Zusammenarbeit des von Frau Bochtler mütterlich betreuten Orga-Teams mit den Mitarbeitern der Nägel-geführten Ladeshalle vortrefflich gelungene Premiere noch lange in erhebender Erinnerung behalten. Nächstes Mal wollen noch mehr kommen.

Text: W. Neuhuber; Bilder: R. Windhorst