BMBF

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Am 26.01.2010 wurde das Medical Valley EMN (Forschungsbericht Medical Valley) mit seinem Antrag „Exzellenzzentrum für Medizintechnik“ als einer von fünf Gewinnern im Spitzencluster-Wettbewerb des BMBF bekannt gegeben. Das entscheidende Alleinstellungsmerkmal des Spitzenclusters Medical Valley EMN liegt in der gemeinsamen Zielsetzung aller industrieller und akademischer Clusterpartner, nur Produkte, Dienstleistungen und Lösungen forschungsbasiert und interdisziplinär weiterzuentwickeln, die helfen, die Effektivität und Effizienz der Gesundheitsversorgung überprüfbar zu verbessern.

Im Rahmen einer begleitenden Evaluation werden die Umsetzung der Clusterstrategie wie auch die Fortschritte hinsichtlich der Erreichung der gesteckten Ziele regelmäßig überprüft. Die insgesamt 45 Spitzencluster-Projekte leisten hierzu entscheidende Beiträge. Innerhalb von zehn exemplarisch ausgewählten Projekten wurde der jeweilige Beitrag zur Steigerung der Effizienz der Gesundheitsversorgung abgeschätzt. In der Summe ergibt sich potenziell allein für Deutschland eine Reduktion der Gesundheitsausgaben von mehr als 1,4 Milliarden Euro pro Jahr bei zumindest gleichbleibender Qualität der Gesundheitsversorgung. Die Produkte und Dienstleistungen, die in den Projekten entwickelt werden, sind aufgrund ihrer Innovationshöhe sehr wettbewerbsfähig und damit geeignet, Marktanteile zu gewinnen. Das geschätzte Umsatzpotenzial für einige der Produkte und Dienstleistungen liegt bereits bei fast 2,9 Mrd. Euro im Zeitraum 2015 – 2020. Die Projektideen führten schon zu mehr als 40 erteilten Patenten und über 80 weiteren Patentanmeldungen, und die Projektergebnisse wurden in über 350 Publikationen veröffentlicht.

Kontakt an der Medizinischen Fakultät: Prof. Dr. Dr. h.c. J. Schüttler, Anästhesiologische Klinik

Das MIRACUM-Konsortium (Medical Informatics in Research and Care in University Medicine) wurde zunächst im Rahmen der Medizininformatik-Initiative (MI-I) des BMBF für eine neunmonatige Konzeptphase (August 2016 bis April 2017) gefördert. Aufgrund der in der Konzeptphase erfolgreich etablierten Pilotprojekte und des erarbeiteten Gesamtkonzepts erhält es nun ab Januar 2018 für die vierjährige Aufbau- und Vernetzungsphase eine Förderung von 32,1 Mio Euro (Forschungsbericht MIRACUM).

Ziel ist es, die derzeit sehr unterschiedlichen Dateninseln aus Krankenversorgung und Forschung in Datenintegrationszentren zusammenzuführen, um die Daten mit Hilfe von innovativen IT-Lösungen für Forschungsprojekte und konkrete Therapieentscheidungen nutzbar zu machen.

Kontakt an der Medizinischen Fakultät: Prof. Dr. H.-U. Prokosch, Lehrstuhl für Medizinische Informatik

Zunehmend mehr Menschen leiden an chronischen Nierenerkrankungen. Es ist davon auszugehen, dass bereits mehr als zehn Prozent der Bevölkerung in Deutschland betroffen sind. Eine Einschränkung der Nierenfunktion kann bis zur Dialysepflichtigkeit fortschreiten. Nierenpatienten haben zudem ein stark erhöhtes Risiko, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, wie z. B. Herzinfarkt oder Schlaganfall, zu erleiden. Die individuellen Krankheitsverläufe sind sehr unterschiedlich. Warum das so ist und von welchen Faktoren ein schneller Krankheitsverlauf abhängt, ist weitgehend unklar.

Kontrollierte klinische Studien waren auf dem Gebiet der Nierenerkrankungen bisher seltener als in anderen Fachdisziplinen. Deshalb wird unter der Leitung der FAU in Zusammenarbeit mit den Universitäten Aachen, Berlin, Freiburg, Hannover, Heidelberg, Innsbruck, Jena, München, Regensburg und Würzburg und einem Netzwerk von etwa 200 niedergelassenen Nephrologen in ganz Deutschland eine große Beobachtungsstudie (Forschungsbericht GCKD) durchgeführt. Ziel ist, an einer sehr großen Patientenzahl über einen langen Zeitraum umfassende Erkenntnisse über die unterschiedlichen Verläufe zu gewinnen und somit Möglichkeiten zur Früherkennung und Behandlung von Nierenerkrankungen zu verbessern – durch gezieltere Nutzung bestehender Methoden und Entwicklung neuer Verfahren. Die Studie wird von der KfH-Stiftung Präventivmedizin und vom BMBF gefördert.

Kontakt an der Medizinischen Fakultät: Dr. H. Meiselbach, Medizinische Klinik 4

Nierenforscher der FAU, der Yale University und des University College London (UCL) haben sich im Rahmen des Projekts TRENAL zusammengeschlossen. Das BMBF fördert den Verbund über den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) im Rahmen der Ausschreibung „Strategische Partnerschaften und Thematische Netzwerke“. Erlanger Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Ärztinnen und Ärzte erhalten die Gelegenheit, Forschungs- und klinische Praxisaufenthalte an einer der beiden Partneruniversitäten zu absolvieren. Parallel öffnen die Nierenforscher an der FAU ihre Tore für die Kolleginnen und Kollegen aus den USA und Großbritannien. Die bereits stattfindenden virtuellen Konferenzen und Lehrformate werden ergänzt um wissenschaftliche Symposien und Summer Schools, die im jährlichen Wechsel an den verschiedenen Standorten veranstaltet werden.

Kontakt an der Medizinischen Fakultät: Prof. Dr. M. Goppelt-Strübe, Medizinische Klinik 4

METARTHROS ist ein nationales Verbundprojekt, in dem die Wechselwirkungen zwischen dem Stoffwechsel- und Gelenkerkrankungen erforscht werden. Aktuelle Forschungsergebnisse weisen auf einen Zusammenhang zwischen Gelenkerkrankungen, wie rheumatoide Arthritis und Stoffwechselerkrankungen oder Diabetes mellitus und Übergewicht, hin. Zugrundeliegende Mechanismen sowie die klinische Bedeutung dieses Zusammenhangs sind jedoch nur wenig erforscht. Ziel des Verbundprojekts ist, die pathophysiologischen Prozesse sowie den klinischen Einfluss von einer gestörten Zucker- und Energieregulierung auf Gelenkerkrankungen besser zu verstehen. Innerhalb der Projekte sollen verschiedene molekulare Mechanismen, Biomarker sowie die klinische Bedeutung von Diabetes und Übergewicht auf Arthritis aufgeklärt werden. Zudem soll die Häufigkeit von muskuloskelettalen Erkrankungen bei Diabetes-Patienten untersucht werden. Der interdisziplinäre Zusammenschluss von Rheumatologen, Diabetologen, Epidemiologen, Genetikern, Medizintechnikern aus dem Bereich Bildgebung und Orthopäden aus sieben deutschen Zentren vereint Projekte mit großer klinischer Bedeutung. Das BMBF fördert diesen Verbund im Rahmen des 2015 gestarteten nationalen Forschungsnetz „Muskuloskelettale Erkrankungen“ über vier Jahre. METARTHROS ist eine Erweiterung des erfolgreichen Konsortiums ANCYLOSS, in dem zwischen 2010 und 2013 die verschiedenen Aspekte der Knochenneubildung bei degenerativen und entzündlich rheumatischen Erkrankungen erforschte.

Kontakt an der Medizinischen Fakultät: Prof. Dr. G. Schett, Prof. Dr. J. Distler, PD Dr. G. Krönke, Dr. S. Finzel, Dr. J. Rech (Medizinische Klinik 3), Prof. Dr. A. Reis, PD Dr. U. Hüffmeier (Humangenetisches Institut), Prof. Dr. K. Engelke (Institut für Medizinische Physik)

Unter der Studienleitung von Prof. Dr. S. Dittrich läuft die auf 6 Jahre angelegte multizentrische BMBF-geförderte Studie „Wirksamkeit und Sicherheit einer präventiven Therapie mit ACE-Hemmern und Beta-Blockern auf den Beginn einer linksventrikulären Dysfunktion bei Muskeldystrophie Duchenne“.

Die Studie wird innerhalb der Strukturen des Neuropädiatrischen MD-Netzes und des Kompetenznetzes für Angeborene Herzfehler durchgeführt. Deutschlandweit nehmen elf Studienzentren an der Placebo-kontrollierten, doppelblinden Studie teil. Ziel der Studie ist es herauszufinden, ob bereits eine präventive Behandlung mit Enalapril und Metoprolol bei Patienten mit gesicherter Muskeldystrophie Duchenne den Beginn einer Herzinsuffizienz hinauszögern kann und somit zu einer besseren Lebensqualität sowie einer Lebenszeitverlängerung führt.

Kontakt an der Medizinischen Fakultät: Prof. Dr. S. Dittrich, Kinderkardiologische Abteilung

Wie wahrscheinlich ist es, dass Patienten wieder an Krebs erkranken, nachdem ihnen der Tumor entfernt wurde? Mit dieser Frage beschäftigen sich Mediziner und Medizininformatiker im Rahmen des  Forschungsprojektes „MelEVIR – Melanoma, Extracellular Vesicles and Immune Response“ und erforschen dabei Mikrometastasen, die zum Beispiel noch Jahre nach einer erfolgreichen Hautkrebstherapie neue Tumoren bilden können. Das Projekt wird seit dem 1. April 2016 für die kommenden drei Jahre mit 1,3 Millionen Euro gefördert.

Kontakt an der Medizinischen Fakultät: Prof. Dr. J. Vera-González, Hautklinik