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Staatsexamensfeier Sommer 2019

Always look at the bright side of life

Wie ein rauschendes Raunen hub es an, baßlastig, in der Kathedrale des großen Saals der Heinrich-Lades-Halle, zunächst von den Meisten unbemerkt, die aus der Schwüle des Sommerabends (wieder über den roten Teppich) hereingeströmt waren, und erst, als junge festlich gekleidete Damen und Herren den vorderen Reihen der im Carré formierten kardinalsroten Stühle zustrebten und der Reihe nach Platz nahmen, wurde klar, dass es sich um die Ouvertüre zum Einzug der Absolventen des sommersemesterlichen humanmedizinischen Staatsexamens handelte.

Doch plötzlich, aus der Tiefe des Raums, ein heller Tenor, der in fremder, dennoch vertrauter Sprache begann eine Story einzuleiten, alsbald sekundiert von ebenso hellen Sopranen, aber auch dunkleren Baritonen und Bässen, von der Empore, von rechts und links tänzelnd heranschreitend und dabei die Story weiterentwickelnd, gipfelnd in der Empfehlung „always look at the bright side of life“. Es war unser Medizinerchor, der, nun versammelt auf der weitläufigen Bühne, mit diesem Coup den fulminanten Beginn setzte.

Unser Dekan, der sich sichtlich freute, mit seiner 22. Begrüßungsrede seine lange Amtszeit zu krönen, gab den jungen Kollegen (die selber in ihren Reden auf das umständliche Gendern verzichteten) neben seinen Glückwünschen viel Ermunterndes mit auf den Weg, und Herr Kollege Botzlar tat es ihm in seinem Grußwort der Bayerischen Landesärztekammer gleich. Der Saal war bis zur Empore hinauf voll besetzt mit glücklich strahlenden Groß- und Eltern, Ehe- und sonstigen Partnern, Freunden und Nachwüchsen, auch der Tisch mit den Ehrengästen war länger als sonst, da vor allem etliche Lehrpreisträger und auch andere Kollegen aus der Fakultät sich eingefunden hatten.

Herr Kollege Manger, unser Erlanger Dr. House-Double, doch, im Gegensatz zum TV-Original, ungleich sym- und empathiefördernder, bekräftigte in seinem Festvortrag noch einmal, bevor die jungen Kollegen ins eigenverantwortliche ärztliche Leben schreiten, diagnostische Tugenden und Algorithmen, die er ihnen in zahllosen Seminaren nahegebracht hatte und erntete viel Applaus.

Die Überreichung der Festurkunden, des Hippokratischen Eides und das Schmücken jeder Absolventin und jedes Absolventen mit einer dunkelblauen seidenen FAU-Stola gelang den drei Akteuren: Dekan, Studiendekan und dem Verfasser dieses Berichts sehr zügig dank der vorbereitenden Assistenz vom Kollegen Kaufmann aus der Fachschaft, wie gleichermaßen der gesamte Festablauf durch die vom Kollegen Reckziegel gesteuerte Powerpoint-Präsentation vortrefflich strukturiert war. Zuvörderst wurde das tüchtige Orga-Team geehrt, gefolgt von zwei Absolventen (1w/1m), die ihr Examen mit der Note 1,0 absolviert hatten und zur zusätzlichen Festigung ihrer Verbundenheit mit der Fakultät mit dem 275er Jubiläumsband beschenkt wurden. Die Deklamation der Genfer Deklaration des Weltärztebundes duch die fast 120 neuen Mitglieder der Landesärztekammer bildete den feierlichen Abschluss dieses Aktes.

Die mitreißende Absolventenrede vom Kollegen Salman Rafii-Tabrizi wurde von Standing Ovations begleitet, einmal für die Eltern, ein anderes Mal für die Absolventen, und so konnte zu den mit diversen Geschenken garnierten Dankes- und Schlußworten übergeleitet werden. Der „Rhythm of life“, dargeboten vom Medizinerchor, beschloß den offiziellen Teil und erlaubte den Gang zum wie immer vorzüglichen Nägel’schen Büffet. Das Manuel-Schmidtlein-Trio, das zu einem Quintett angewachsen war, begleitete dezent, aber durchaus rhythmisch das Dinner, und danach spielten die „Andorras“ zum Tanz auf, wobei von Walzer über Cha-cha-cha bis zu „Cordula Grün“ alles dabei war.

R. Windhorst und Kollege R. Dahl dokumentierten alles digital, und als besondere Neuerung filmte B. Müller den Festakt, damit auch bewegte Bilder die Erinnerung an diese wieder sehr erhebende und heitere Feier unterstützen mögen.

W. Neuhuber

Alle Fotos: R. Windhorst