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6 Millionen Euro für mehr Sicherheit bei der pädiatrischen Arzneimitteltherapie

Foto: Colourbox.de

Unerwünschte Ereignisse in der Arzneimitteltherapie und Nebenwirkungen sollen deutlich reduziert werden

Mit 6 Millionen Euro fördert der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) – das höchste Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im Gesundheitswesen Deutschlands – im Rahmen des Innovationsfonds jetzt erstmals eine Studie zur Arzneimitteltherapiesicherheit bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Das Projekt „KiDSafe“ unter Leitung von Forschern der Kinder- und Jugendklinik hat das Ziel, zusammen mit pädiatrischen Qualitätszirkeln ein Arzneimittelinformationssystem für Kinder und Jugendliche zu implementieren, das vermeidbare unerwünschte Ereignisse in der Arzneimitteltherapie sowie Medikationsfehler deutlich reduzieren soll.  Weiter soll die Versorgung von Patienten sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich verbessert werden.

Studien bei Kindern und Jugendlichen fehlen

Für zahlreiche bei Erwachsenen zugelassene und in ihrer Wirkung umfassend erforschte Medikamente gibt es keine entsprechenden Studien bei Kindern und Jugendlichen. Daher können diese Medikamente nicht gleichermaßen sicher für Heranwachsende angewendet werden und dürfen nur in Ausnahmefällen verabreicht werden. Die Erlanger Studienleiterin PD Dr. Antje Neubert erläutert die Problematik:

Kinder und Jugendliche sind bei der Versorgung mit Arzneimitteln derzeit immer noch benachteiligt. Dies gilt für eine große Zahl an behördlich nicht zugelassenen Medikamenten. Vor allem betrifft es Arzneimittel, deren Patentschutz abgelaufen ist und für die es in aller Regel weder gute Untersuchungen zur richtigen Dosis noch kindgerechte Darreichungsformen gibt.

Durch die Einbeziehung der ambulant tätigen Ärzte sowie beteiligter Apotheker soll sektorübergreifend die Kompetenz der pädiatrischen Pharmakotherapie wesentlich gestärkt und verbessert werden. Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Rascher, Direktor der Kinder- und Jugendklinik, zeigt die Perspektiven der Studie auf:

Dies ermöglicht erstmals in Deutschland, durch eine systematische, groß angelegte Interventionsstudie die Arzneimitteltherapiesicherheit bei Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu verbessern. Gleichzeitig werden neben den Patienten vor allem die Krankenkassen als Kostenträger durch Reduktion der Ausgaben für vermeidbare unerwünschte Nebenwirkungen oder Medikationsfehlern erheblich von unseren Studienergebnissen profitieren.

Kooperationspartner aus allen Bereichen

Am Forschungsprojekt beteiligt ist eine Vielzahl von Experten aus allen Bereichen der pädiatrischen Arzneimitteltherapie in Deutschland: das Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie in Stuttgart (Prof. Dr. M. Schwab), drei weitere Universitätskinderklinika mit Prof. Dr. F. Zepp (Mainz), Prof. Dr. T. Wenzl (Aachen) und Prof. Dr. W. Kiess (Leipzig), die Kinder-und Jugendpsychiatrie, vertreten durch Prof. Dr. M. Romanus (Würzburg), das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArm) in Bonn, die Techniker Krankenkasse sowie die Professur für Klinische Pharmazie der Universität Leipzig (Prof. Dr. T. Bertsche) und das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (Prof. Dr. U. Haug). Evaluiert wird das Projekt vom Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) in Mainz. Unterstützt wird das Konsortium von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. (ABDA) sowie einem wissenschaftlichen Beirat.

Weitere Informationen

PD Dr. Antje Neubert

Tel.: 09131/85-41203