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Warum neue Gefäße Nervenzellen töten

Foto: Colourbox.de

FAU-Forscher versuchen Neubildung von kranken Gefäßen zu verhindern

Bei besonders gefährlichen Hirntumoren, genannt Glioblastome, können Chemotherapien nur selten greifen. Grund hierfür sind die Gefäßneubildungen und das Absterben von Nervenzellen. Das Ärzteteam um PD Dr. Nicolai Savaskan vom Lehrstuhl für Neurochirurgie hat nun nachgewiesen, dass dies verhindert werden kann, wenn ein Schlüsselgen in Hirntumoren gestoppt wird. Die Ergebnisse wurden in der renommierten Fachzeitschrift Oncogene veröffentlicht.

Bei Hirntumoren wird die Behandlung häufig dadurch erschwert, dass sich im Hirngewebe exzessiv Flüssigkeit ansammelt. Diese entsteht vor allem dadurch, dass sich gefährliche Gefäße neubilden und Nervenzellen absterben. Das Forscherteam um PD Dr. N. Savaskan konnte zeigen, dass Hirntumore, sogenannte Gliome, verstärkt das Schlüsselgen ATF4 abgeben. ATF4 führt zum Tod von Nervenzellen und somit zum Verlust von gesundem Hirngewebe im umliegenden Hirnbereich. Als Folge davon verschlechtert sich die Lebensqualität des Patienten, und seine Überlebenszeit reduziert sich.

Wenn die ATF4-Funktion pharmakologisch oder genetisch mittels kleiner RNA-Moleküle blockiert wird, bleibt der Verlust von gesundem Hirngewebe aus, und es bilden sich zudem keine krankhaften Gefäße. Diesen Zusammenhang weisen auch große klinische Datenanalysen des Nationalen Krebsregisters der USA von Hirntumorpatienten auf. Sie deuten auf einen potentiell neuen Therapieansatz hin. Dabei wird zum einem mittels Chemotherapie das Wachstum des Tumors bekämpft und zum anderen eine schädigende Wirkung auf das gesunde Gehirngewebe verhindert. PD Dr. N. Savaskan erläutert:

Noch ist es völlig offen, wie wir die Erkenntnisse in der Behandlung von Hirntumorpatienten übersetzen können. Sie eröffnen jedoch in jedem Fall ganz neue Ansätze der pharmakologischen Behandlung von Hirntumoren.

Weitere Informationen

Dr. Nicolai Savaskan
Tel.: 09131/85-44748