Neuer SFB bewilligt

DFG fördert neuen Sonderforschungsbereich zur Blutstammzelltransplantation

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat auf ihrer Sitzung am 24. November 2017 die Einrichtung eines neuen Sonderforschungsbereichs (SFB)/Transregio (TRR) der FAU, Universität Regensburg und der Julius-Maximilian Universität Würzburg bewilligt.

Logo des neuen SFB (Copyright: W. Herr, Regensburg)

Der Forschungsverbund „Modulation der Transplantat-gegen-Wirt- und Transplantat-gegen-Leukämie- Immunreaktionen nach allogener hämatopoetischer Stammzelltransplantation” (TRR221) wird für vier Jahre von 2018 bis 2021 mit einem Volumen von 14 Millionen Euro finanziert. Sprecher ist Prof. Dr. W. Herr, Direktor der Medizinischen Klinik 3 des Universitätsklinikums Regensburg, stellvertretende Sprecher sind Prof. Dr. A. Mackensen, Inhaber des Lehrstuhls für Hämatologie / Internistische Onkologie sowie Prof. Dr. H. Einsele, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Universitätsklinikums Würzburg.

Wir sind sehr glücklich über diese Nachricht. Knapp drei Jahre Vorbereitungszeit haben sich gelohnt.

freut sich Prof. Dr. A. Mackensen.

Blutstammzelltransplantation einzig kurative Therapieoption

Die allogene Blutstammzelltransplantation ist für viele Patienten mit Leukämien und Lymphomen die einzig kurative Therapieoption. Ihre Wirksamkeit beruht auf dem Transplantat-gegen-Leukämie (Graft-versus-Leukemia: GvL)-Effekt, der durch die Immunzellen des Stammzellspenders vermittelt wird. Der Effekt ist nicht bei allen Patienten von ausreichender Stärke, um ein Leukämie- bzw. Lymphom-Rezidiv nach einer allogenen Blutstammzelltransplantation zu verhindern. Auch tritt der Effekt häufig zusammen mit der unerwünschten Transplantat-gegen-Wirt-Erkrankung (Graft-versus-Host Disease: GvHD) auf, bei der die Immunzellen des Spenders gesundes Körpergewebe des Patienten attackieren. Innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Transplantation sterben etwa 60 Prozent der Patienten an den Folgen der GvHD oder am Leukämierezidiv.

Der SFB/TRR221 greift die zentralen Probleme und Defizite der allogenen Blutstammzelltransplantation auf und setzt sich zum Ziel, innovative immunmodulatorische Strategien für die spezifische Verstärkung des GvL-Effektes und für die selektive Abschwächung der GvHD zu entwickeln. Die aus dem gemeinsamen Erkenntnisgewinn resultierenden Behandlungskonzepte werden außerhalb des SFB/TRR in klinischen Studien getestet mit dem Ziel, über eine hocheffektive GvL-Immunantwort ohne begleitende GvHD die Morbidität und Mortalität der allogenen Blutstammzelltransplantation zu senken.

Sonderforschungsbereiche

Die DFG hat nach einer Pilotphase die Förderung von SFB/Transregio-Projekten 2009 fest in ihr Förderprogramm aufgenommen. Diese Variante der klassischen SFB bringt zu einem Forschungsthema die besten Arbeitsgruppen aus ganz Deutschland zusammen und ermöglicht durch die enge Kooperation herausragende Forschungsergebnisse. SFB sind langfristige, auf die Dauer von bis zu zwölf Jahren angelegte Forschungseinrichtungen der Hochschulen, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen eines fächerübergreifenden Forschungsprogramms zusammenarbeiten. Sie ermöglichen die Bearbeitung innovativer, anspruchsvoller, aufwendiger und langfristig konzipierter Forschungsvorhaben durch Koordination und Konzentration von Personen und Ressourcen in den antragstellenden Hochschulen. Damit dienen sie der institutionellen Schwerpunkt- und Strukturbildung.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Andreas Mackensen
Telefon: 09131 85-35954