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Staatsexamensfeier Winter 2018

Am Samstag, den 27. Januar 2018, fand die Examensfeier für die Absolventen und Absolventinnen des Studiengangs Humanmedizin im Wintersemester 2017/18 statt. Der Redoutensaal war diesmal ein geräumigerer Veranstaltungsort als so manches Jahr zuvor. Es schien, als hätte sich die natürliche Intelligenz des jungärztlichen Organisationsteams mit der künstlichen eines im Hintergrund wirkenden Matching-Programms gepaart und die Quadratur des Bestuhlungsmöglichkeitskreises geschafft.

Unter dem Smartphoneblitzlichtgewitter der Eltern und Rainer Windhorts professionellem Leicaauge zogen die mehr als hundert frisch herausgebackenen und –geputzten Medicae und Medici (dem Namen nach zu schließen bisweilen auch aus Florenz) im Gänsemarsch (die Aufstellung dieser Formation war zeitraubend!) durch die pompeianisch rote Flügeltür des Saals, begleitet vom „Rhythm of life“ aus den Kehlen des Medizinerchors (Leitung: Dr. Johannes Havla). Die quadratischen schwarzen Hüte, elastisch über auch fülligeres Haar gestülpt, wiesen bereits auf die in Bälde zu vollziehende Promotion zum Doctor medicinae hin; diese prospektive Geste war neu und ließ das abschließende Hütehochwerfen beim Gruppenfoto erahnen. Nachdem alle Ein- und Angezogenen auf den mit Gummizug gesicherten Sitzpolstern (neu: Fa. Nägel) der Bierbänke Platz genommen hatten, der „Rhythm of life“ nachhallte und nur mehr Herr Windhorst blitzlichterte, hub unser Dekan zu seiner Begrüßung an, in der er in bewährter Art nicht nur die Glückwünsche an die Absolventen (u.g.) überbrachte, sondern auch auf die beiderseitigen Mühen auf dem langen Weg zum Arztwerden erleichtert zurückblickte. Die hochschul- und gesundheitspolitische Revue, traditioneller Bestandteil seines Grußwortes, war mit interessanten Details geschmückt. Prof. Dr. T. Kühlein, Ordinarius für Allgemeinmedizin, senkte in seinem Festvortrag den Absolventen (u.g.) die professionelle Beachtung der Worte des Genfer Gelöbnisses in deren Herzen und konnte (wohl auch durch seine bereits langjährige Lehre an unserer Fakultät) den Unterschied zwischen „for the patient“ und „to the patient“ vermitteln, was auch in der Rede der Absolventen anklang.

Bei der anschließenden Lehrpreisverleihung sah man neben bekannten (Prof. Dr. R. Janka) auch ganz neue Gesichter (C. Warter, Prof. Dr. S. Kürten), wobei bei Letzterer der Studiendekan auf die Überschreitung sämtlicher bei akademischen Ehrungen einzuhaltenden Geschwindigkeitsbeschränkungen hinwies.

Die Überreichung der Festurkunden an die Absolventen (u.g.) verlief ebenso zügig wie feierlich, was unter anderem daran lag, dass der Weg auf die und von der Bühne für die jungen Kollegen (u.g.) nur halb so lang wie bisher war, wegen der median platzierten Abstiegstreppe. Eine plötzliche unerklärliche Verknappung der Hippokratischen Eidrollen erforderte das improvisierte Rezyklieren bereits überreichter Pergamentrollen, was aber vom Leiter des Organisationsteams souverän gemeistert und von niemandem im Publikum bemerkt wurde. Die Dankesrede des Absolventenduos (u.g.) spiegelte sehr schön die bereits aufgekeimte Saat des ärztlichen Ethos wider.

Statt eines Schlußwortes hörte man zwei Stücke aus der Feder der Herren Lennon und McCartney, dargeboten auf zwei Gitarren von Kollegen Haugg und dem Verfasser dieses Berichts. Der Medizinerchor beschloß den offiziellen Teil der Feier zeitgerecht mit „Hallelujah“, und beim Gruppenfoto flogen die prospektiven Doktorhüte in die Luft. Was für ein heiterer Schlußakkord!

Prof. Dr. Winfried Neuhuber

Glossar: u.g. = utriusque genus, die altrömische platzsparende Form des korrekten Genderns

Alle Fotos: R. Windhorst