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Das rettende Band

Unter dem Motto „Blutung stoppen – Leben retten“ lernen Medizinstudierende blutungsstillende Maßnahmen kennen

Nach einem Motorradunfall ohne Schutzkleidung klaffen bei dem verunglückten Fahrer tiefe blutende Wunden an Armen und Beinen. Was kann ich tun? Wie stoppe ich die lebensbedrohliche Blutung und wie versorge ich den Verletzten angemessen? Das lernten angehende Erlanger Mediziner im Rahmen einer Schulung zum Thema Blutungsstoppung, die die Unfallchirurgische Klinik – Orthopädische Chirurgie (Direktor: Prof. Dr. Mario Perl) des Universitätsklinikums Erlangen nun zusammen mit der Interessensvertretung der Sanitätsoffizieranwärter und jungen Sanitätsoffiziere der Bundeswehr (Deutscher SanOA e. V.) durchführte. Unter dem Motto „Blutung stoppen – Leben retten“ gaben die Ausbilder des Deutschen SanOA e. V. ihr Wissen zum ersten Mal an Medizinstudierende an insgesamt zwölf deutschen Standorten weiter.

Im ersten Teil der Veranstaltung wurden den Studierenden die Notwendigkeit für blutungsstillende Maßnahmen und deren Einsatzmöglichkeiten im Zivilen wie auch Militärischen erklärt. Prof. Dr. Hans-Georg Palm, seit Juli 2020 Oberarzt in der Unfallchirurgie und zuvor viele Jahre Sanitätsoffizier am Bundeswehrkrankenhaus Ulm, konnte dank seiner zahlreichen Erfahrungen in Auslandseinsätzen sehr anschaulich die Anwendung des Tourniquets – einer Druckmanschette zur Abschnürung einer Extremität –, des Notverbands sowie die Versorgungstaktik demonstrieren.

Daneben stellte Dr. Carsten Kopschina, stellvertretender Medizinischer Direktor der Arbeitsgruppen Tactical Combat Casualty Care (TCCC) Deutschland und Tactical Emergency Casualty Care (TECC) Deutschland sowie Oberarzt in der Erlanger Unfallchirurgie, die möglichen Versorgungskonzepte aus Militär und zivilem Rettungsdienst vor. Der zweite Teil des Vormittags diente der praktischen Anwendung der zuvor gezeigten Materialien. „Ich bin froh, dass die Teilnehmer im Rahmen dieser Schulung zum ersten Mal ihre Medizinkenntnisse um einfach umsetzbarere lebensrettende Maßnahmen bei starken Blutungen erweitern konnten“, freute sich Carsten Kopschina. „Wir hoffen, die Veranstaltung im kommenden Jahr wiederholen zu können und die Thematik so möglichst vielen angehenden Ärzten ins Gedächtnis zu rufen.“

Weitere Informationen:

Dr. Carsten Kopschina
Telefon: 09131 85-33272
E-Mail: carsten.kopschinaatuk-erlangen.de